75 Jahre Kraftwagenstraße Köln - Bonn

Der Betrieb der Strecke von 1932 bis 1965

Der erst nur lose aufgeschüttete Split mußte nach dem ersten Betriebswochenende an einigen Stellen schon ergänzt werden. Die endgültige  Fahrbahndecke sollte, wie geplant, erst später aufgetragen werden. Hierfür waren noch mal 2 Millionen RM für vorgesehen. Diese Arbeiten waren am 17. November 1934 abgeschlossen.

Eine Polizeiverordnung vom 2. August 1932 regelte die Benutzung. Für den Verkehr waren Anfangs nur Kraftwagen zugelassen. Motorräder waren verboten. Halten, Parken und Wenden ebenso. Nach Neuregelung der reichseinheitlichen Straßennummerierung 1934 wurde die Kraftwagenstraße Köln – Bonn zur Landstraße 1. Ordnung und als L 185 geführt. Von einer heute behaupteten “Abstufung” kann daher keine Rede sein

Erste Veränderungen an der L 185 ergaben sich im Zuge des Baus der Reichsautobahn von Aachen nach Köln (Heumarer Dreieck). Am Schnittpunkt beider Strecken sollte das Autobahnkreuz Köln-Süd entstehen. Die Brücken “Wasserwerkswäldchen”, “Rodenkirchener Straße” und “Hahnenstraße” wurden von ihrer ursprünglichen Breite von 20 Meter auf 60 Meter vergrößert. Die L 185 verblieb in der Mitte und beiderseits war genügend Platz um die Äste der Zubringer von und zur Reichsautobahn aufzunehmen. Dieser großzügige Ausbau ist im wesentlichem heute noch erhalten. Mit Verkehrsfreigabe der Rodenkirchener Brücke über den Rhein 1941 wurde auch das Kreuz Köln-Süd teilweise in Betrieb genommen. Kriegsbedingt war allerdings die Strecke nicht nach Westen weitergebaut worden.

Im Zuge der Netzentwicklung der Reichsautobahn wurde auch ab Bonn an eine Verlängerung der Kraftwagenstraße Richtung Mehren (Eifel) als Reichsautobahn gedacht (etwa östlich parallel zur heutigen A 1). Diese Ideen kamen ebenfalls kriegsbedingt nicht zur weiteren Planung und Ausführung.

Heute kann es man es sich bei der Verkehrsbelastung des Autobahnkreuzes Köln-Süd kaum noch vorstellen, daß hier in der Nachkriegszeit tatsächlich einmal Motorradrennen gefahren worden sind. Es gelang auch nur an einigen Wochenenden in den beiden Jahren 1948 und 1949, trotz bis zu 100.000 Besuchern. Selbst damals war der Verkehr schon wieder so stark geworden, daß weitere Vollsperrungen für Rennen nicht mehr durchsetzbar waren. Obwohl die Strecke nach Aachen (heute A 4) noch gar nicht existierte und die Rodenkirchener Brücke nach der Zerstörung durch alliierte Bomber noch nicht wieder aufgebaut war.
Der Rennparcour verlief vom Autobahnkreuz Köln-Süd auf der Kraftwagenstraße Köln – Bonn etwa bis zur Anschlussstelle Köln-Rodenkirchen, drehte auf einer Mittelstreifenüberführung um 180 Grad und verlief zurück bis zur Tangente nach Osten (Rheinbrücke). An deren Ende folgte auf der Autobahn wieder eine 180 Grad Kehre und es ging Richtung Westen. Abschließend wurde die Rampe von der Autobahn auf die Kraftwagenstraße Richtung Bonn befahren um dort nach wenigen Metern die Start/Ziel Linie zu erreichen. Gesamtlänge des „Kölner-Kurses“ waren 5.542 Meter.

1959 war der Verkehr auf der Strecke auf knapp 14.000 Fahrzeuge angewachsen.    Bonn    war    zwischenzeitlich    Regierungssitz   geworden.  Zum  1. April 1959 wurde die Straße verwaltungsmäßig zur Bundesautobahn aufgestuft. Die Verkehrssituation war alles andere als erfreulich. Auch durch mangelnde Verkehrsdisziplin, z.B. häufiges überholen nebeneinander fahrender Fahrzeuge bei Überfahrung der durchgehenden Mittellinie, waren gefährliche Situationen eine Dauererscheinung und es kam immer wieder zu schweren Unfällen. Die Strecke wurde bei vielen Verkehrsteilnehmern immer unbeliebter. Ein Umbau war daher unerläßlich.

A555 Köln-Süd
File1757
P8040032
P8040056
P8040067
P8040119
P8040116

Ausbau zur Bundesautobahn A 555

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
Logo25